
Heimspiel-Feiertag an der Förde: Zebras feiern mit ihren Fans den Kantersieg gegen Stuttgart
Die Zebras galoppieren in der Opel Handball-Bundesliga weiter im Höchsttempo: Sonnabendabend feierten sie mit ihren 10.000 Fans in der MERKUR Ostseehalle einen wahren Heimspiel-Feiertag und ließen dem zuvor stark eingeschätzten TBV Stuttgart nicht dne Hauch einer Chance. Nach einer großartigen Gesamtleistung der schwarz-weißen Mannschaft, aus der Torhüter Gonzalo Perez de Vargas mit 15 Paraden herausragte, stand ein 33:22 (17:12) auf der Anzeigetafel. BesterTorschütze auf Seiten der Kieler, die das Spiel uunglaublich breit aufzogen und zum Teil ein Angriffs-Spektakel boten, war Lukas Zerbe mit 6/5 Treffern.
Mit guter Laune in die Länderspielwoche
Gegen die permanent mit vier Rückraumspielern attackierenden Stuttgarter war es in der zweiten Halbzeit aber auch die Abwehrleistung um Nationalspieler Julian Köster, die die gegnerischen Angreifer in wechselnder Besetzung nahezu verzweifeln ließ, sie wieder und wieder ins Zeitspiel trieb. Nach dem letzten Spiel vor der Länderspielwoche strahlte auch Rückraum-Ass Eric Johannsson: "Nur 22 Gegentore - das ist schon stark", schwärmte der Schwede, der im Kieler Rückraum erneut eine starke Partie ablieferte. "Wir hatten uns vorgenommen, mehr in die Breite zu spielen, nicht soviel über die Mitte. Das hat großartig geklappt. Nach diesem Spiel und dem Ergebnis gehen wir mit guter Laune in die Länderspielpause."
Zebras in Bestbesetzung
In der vergangenen Saison hatten die Gäste um Ex-Nationalspieler Kai Häfner in eigener Halle erstmals einen Sieg gegen die Zebras eingefahren, verfehlten einen Punktgewinn in der Merkur Ostseehalle nur hauchdünn. Am Reformationstag rückten die Zebras die Verhältnisse aus Kieler Sicht wieder gerade, dominierten die Partie nach leichten Startproblemen über weite Strecken eindeutig und gewannen am Ende auch in der Höhe verdient. Dabei hatte der Kieler Trainer Börge Lund personell die Qual der Wahl: Alle 17 Spieler aus dem Profikader waren an Bord, einer musste draußen bleiben: Weil die Kieler drei Kreisläufer in ihren Reihen haben, erwischte es den Schweizer, Lukas Laube, und das ausgerechnet gegen seine ehemaligen Stuttgarter Mitspieler.
Emil Madsen feiert ein umjubeltes Comeback
Eine von den allen THW-Fans umjubelte Rückkehr in den Kader feierte Linkshänder Emil Madsen, der seine fünfwöchige Verletzungspause (Adduktoren) überwunden hat. Der Däne nahm auf der Bank Platz, wurde dann in der 20. Minute von Börge Lund beim 13:12-Zwischenstand aufs Parkett geschickt. Madsen fügte sich blendend ein, holte schon wenig später einen Siebenmeter heraus, sein erster Tor-Jubelschrei kam ihm dann in der 27. Minute über die Lippen, als er mit frechem Dreher zum 15:11 einnetzte. Den zu diesem Zeitpunkt klaren Vorsprung hatten sich die Kieler nach großer Steigerung in der Abwehr herausgearbeitet. Zuvor waren die Gäste nämlich auf Augenhöhe gestartet, legten in der Anfangsphase jeweils ein Tor vor, auch, weil die THW-Abwehr zunächst zu passiv agierte. Stuttgarts Simone Mengon nutzte die Lücken mit drei Treffern in den ersten sieben Minuten, außerdem hatte Ahouansou am Zielwasser genippt, traf vor der Pause ebenfalls dreimal.
Atemberaubende Torejagd der ersten Minuten
Auf Kieler Seite hielt vor allem Eric Johansson dagegen, war selbst dreimal erfolgreich und zweimal nur auf Kosten eines Strafwurfes zu bremsen. Lukas Zerbe verwandelte diese zunächst gewohnt sicher, scheiterte später aber das erste Mal an der TVB-Latte. Bis zum 6:5 in der siebten Minute hatten die Gäste bei der atemberaubenden Torejagd der ersten Minuten die Nase vorn. Als dann Julian Köster nach auf die "Strafbank" geschickt wurde, übernahmen die Zebras ausgerechnet in Unterzahl Tempo und Spielregie: Sie legten mit einem 3:0-Lauf die Führung vor, die sie im Laufe der Partie nie mehr abgaben. Die Initialzündung ging durch den gehaltenen Siebenmeter von Gonzalo Perez de Vargas gegen Kai Häfner aus, der auch die Tribünen in der MERKUR Ostseehalle anzündete.
Kieler bauen undurchdringliches Abwehrgestrüpp
Der pfeilschnelle Elias Ellefsen á Skipagötu netzte zum 6:6 ein, Johansson erzielte nach überragendem Solo das 7:6 und die erste THW-Führung, der ebenfalls vor Spielfreude sprühende Vincent Büchner veredelte seinen Ballklau wenig später zur 8:6-Führung. Und dann verdichtete sich die THW-Deckung langsam in ein undurchdringliches Gestrüpp. Egal, wen THW-Trainer Börge Lund in den Abwehrverbund um Julian Köster und Hendrik Pekeler schickte, der THW Kiel rührte Beton an, durfte sich auf den aggressive, schnellen Rasmus Ankermann verlassen, die Zuschauer hatten ihre Freude an Domogoj Duvnjak, Harald Reinkind warf sich ins Getümmel. Den Stuttgartern gingen im Angriff mit zunehmender Spielzeit die Ideen und das Tempo verloren.
Büchner erzielt mit dem Pausenpfiff das 17:12
Und wenn sie sich dann doch einmal durch den Kieler Abwehrdschungel gemogelt hatten, stand Perez de Vargas im Wege. Schon vor dem Pausenpfiff setzte der Spanier acht Paraden in seine überragende Statistik, der Funken aufs Publikum war längst übergesprungen. Die kurze Torflaute der Kieler vor dem Pausenpfiff beendete dann Lukas Zerbe, der das Zuspiel von Domen Makuc zum 13:11 in die Stuttgarten Maschen drosch, Veron Nacinovic erhöhte auf 14:11 und Madsen traf zum 15:11. Weil Vincent Büchner von Linksaußen eine lupenreine 100-Prozentquote mit seinem Doppelschlag kurz vor dem Pausenpfiff krönte, Tor Nummer fünf mit der Sirene erzielte, trabten die Zebras mit einer 17:12-Führung in die Kabinen.
Feiertags-Party mit den Fans
Die Kieler ließen aber nicht locker, drückten weiter aufs Tempo, trafen aus allen Lagen und hatten sichtlich Spaß am eigenen Treiben, an dem später auch Jarnes Faust teilhatte. Der junge Rechtsaußen traf in der 52 Minute sehenswert an Torhüter El Tayar vorbei zum 30:20, der ersten Zehn-Tore-Führung, fing dann wenig später den langen Pass von Perez de Vargas, netzte zum Doppelschlag, zum 31:20 ein und genoss mit großem Lächeln im Gesicht die Glückwünsche seiner Mitspieler. Wenig später war das Kieler Handball-Fest zu Ende, gemeinsam mit ihren Fans feierten die Zebras eine ganz starke Vorstellung und zwei weitere wichtieg Zähler.
Feiertags-Party mit den Fans
Die Kieler ließen aber nicht locker, drückten weiter aufs Tempo, trafen aus allen Lagen und hatten sichtlich Spaß am eigenen Treiben, an dem später auch Jarnes Faust teilhatte. Der junge Rechtsaußen traf in der 52 Minute sehenswert an Torhüter El Tayar vorbei zum 30:20, der ersten Zehn-Tore-Führung, fing dann wenig später den langen Pass von Perez de Vargas, netzte zum Doppelschlag, zum 31:20 ein und genoss mit großem Lächeln im Gesicht die Glückwünsche seiner Mitspieler. Wenig später war das Kieler Handball-Fest zu Ende, gemeinsam mit ihren Fans feierten die Zebras eine ganz starke Vorstellung und zwei weitere wichtieg Zähler.
Auswärts-Doppelpack nach der Nationalmannschaftswoche
Nach dem letzten Spiel im Oktober zerstreute sich die Zebraherde in alle Winde: Ein Großteil der Zebraherde kämpft in der kommenden Woche um die Qualifikation für die EHF EURO 2028. Viele von den Nationalspielern werden dann erst am Montagnachmittag in Kiel zurückerwartet, ehe sie sich direkt wieder mit dem THW Kiel auf den Weg machen "dürfen": Die Handball-Bundesliga hat das Pokal-Achtelfinal-Spiel der Kieler beim Tabellenvierten TBV Lemgo Lippe auf Mittwoch, 11. November, 19 Uhr terminiert. Damit bleibt den Schwarz-Weißen genau eine echte Trainingseinheit, um sich auf das K.o.-Spitzenspiel im Lipperland vorzubereiten. Dyn überträgt live - auch die darauf folgende Begegnung bei den Füchsen Berlin (Samstag, 14. November, 15:55 Uhr), die parallel auch in der ARD Sportschau im Free-TV läuft. Das nächste Heimspiel ist erst am Sonntag, 22. November, wenn um 18 Uhr die HSG Wetzlar zu Gast ist. Tickets gibt’s unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT.
Text: Reimer Plöhn / Fotos: Sascha Klahn
Opel Handball-Bundesliga, 11. Spieltag: THW Kiel - TVB Stuttgart 33:22 (17:12)
THW Kiel: Perez de Vargas (1.-60., 15/2 Paraden), Wolff (n.e.); Faust (3), Duvnjak, Reinkind (3), Köster, Madsen (1), Johansson (5), Ankermann (1), Dahmke (2), Zerbe (6/5), Makuc (4), Pekeler (1), á Skipagötu (1), Büchner (5), Nacinovic (1); Trainer: Lund
TVB Stuttgart: Kornecki (31.-36., und 1 Siebenmeter, keine Parade), El-Tayar (1.-30., 36.-60., 8/1 Paraden); M. Häfner (2), Ahouansou (4), Lien (2), Sanz de Nicolás (2), S. Mengon (6), Röthlisberger, Schmid, Matzken, Zieker (1), Meyer, K. Häfner(2/1), Donker, Nigg, Darmoul (3/1); Trainer: Kaufmann
Schiedsrichter: Lukas / Robert Müller
Zeitstrafen: THW: 3 (Küster (8.), Nacinovic (19.), Makuc (49.)) / TVB: 2 (Lien (23.), Darmoul (52.))
Siebenmeter: THW: 9/5 (Zerbe an die Latte (18.), Zerbe vorbei (55.), El-Tayar hält Zerbe (41.) und Makuc (58.))/ TVB: 5/2 (Perez de Vargas hält 2x Häfner (8., 21.))
Spielverlauf: 1. Hz: 0:1 (1.), 3:4, 5:6 (7.), 8:6 (9.), 10:7 (12.), 10:9 (15.), 12:11 (17.), 15:11 (27.), 17:12;
2. Hz: 18.12 (31.), 20:13 (36.), 22:16 (38.), 24:16 (40.), 25:19 (44.), 28:19 (46.), 28:20, 31:20 (52.), 32:21 (55.), 33:22.
Zuschauer: 10013 (MERKUR Ostseehalle, Kiel)
Stimmen zum Spiel:
THW-Trainer Börge Lund: Eigentlich passt das Ergebnis nicht ganz zum Spielverlauf. Wir haben unsere Chancen 60 Minuten lang gut herausgespielt und genutzt. Aber in der Abwehr haben wir im ersten Durchgang nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Da waren die Lücken zu groß, aber Perez de Vargas hat ein super Spiel gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser in der Deckung gestanden, wir konnten dadurch insgesamt freier spielen. Ich bin sehr zufrieden mit den zwei Punkten und unserer Leistung, auch, weil es uns gelungen ist, in der zweiten Hälfte Lösungen gegen das Stuttgarter Spiel mit vier Kreisläufern zu finden.
TVB-Trainer Misha Kaufmann: Wir haben im Angriff zu viel liegengelassen, haben die Topchancen nicht an Perez de Vargas vorbei bekommen. Dann setzt das Kopfkino ein, und so hat uns die Chancenverwertung ein Bein gestellt. So kamen wir nicht einmal annähernd in den Bereich von Punkten, die sich der THW Kiel heute verdient gesichert hat.












