Schweres Auswärtsspiel am Samstagabend: Der THW Kiel ist zu Gast beim heimstarken HC Erlangen

Bundesliga

Schweres Auswärtsspiel am Samstagabend: Der THW Kiel ist zu Gast beim heimstarken HC Erlangen

Der THW Kiel hat in der Opel Handball-Bundesliga eine hohe Auswärtshürde vor der Brust: Samstagabend sind die Zebras beim zu Hause noch ungeschlagenen HC Erlangen zu Gast, der zuletzt vor den eigenen Fans dem Titel-Mitfavoriten aus Melsungen den Laufpass gab. Anwurf ist um 18 Uhr in der noch nicht ausverkauften Nürnberger PSD Bank Arena, für die es im HCE-Ticketshop noch Karten für THW-Fans gibt. Für alle anderen überträgt Dyn selbstverständlich auch live aus dem Frankenland. "Erlangen wird ein richtig schweres Spiel", weiß Eric Johansson. "Das ist eine geile Halle, und Erlangen hat zuletzt die gute Stimmung dort genutzt und gegen Melsungen gewonnen. Wir müssen unbedingt in der Abwehr besser stehen als gegen die Löwen, wenn wir von dort was mitnehmen möchten." 

"Nummer 1 in Bayern"

Ein Mann in einem schwarzen Polohemd, der am Spielfeldrand einer Sportveranstaltung klatscht.

Trainer Johannes Sellin

"Die Nummer 1 in Bayern", titeln die Mittelfranken selbstbewusst in großen Lettern auf ihrer Homepage. Mangels Erstliga-Handball-Konkurrenz im Freistaat hätte es für diesen Marketing-Claim allerdings nicht einmal des starken Saisonstarts bedurft, den der HC Erlangen aufs heimische und mit Abstrichen auch auswärtige Parkett zauberte. Denn auswärts waren die Erlanger vor dem Sieg am vergangenen Spieltag bei der HSG Wetzlar nur einmal erfolgreich. Das aber sorgte für Aufsehen, gewann man doch klar mit 33:28 beim letztjährigen Tabellen-Fünften TBV Lemgo Lippe. In den drei weiteren Auswärtshallen in Göppingen sowie bei den Titelfavoriten aus Flensburg und Magdeburg gab es nach jeweils semioptimal verlaufenen ersten Hälften indes nichts zu holen. Ganz im Gegensatz zur PSD Bank Arena in Nürnberg. Dort entfaltete die Mannschaft von Trainer Johannes Sellin bisher ihr volles Potenzial. 

HCE ist zu Hause noch ungeschlagen

Ein Handballspieler in einem schwarzen Trikot springt während eines Spiels hoch, um den Ball zu werfen.

Bärenstarker Neuzugang: Frieder Bandlow

Zwar büßte der HCE gleich zum Auftakt vor den heimischen Fans gegen die TSV Hannover-Burgdorf durch einen Buzzerbeater von Marian Michalczik zum 28:28 einen Punkt ein, danach wurde in Nürnberg nach dem Schlusspfiff aber nur nooch gejubelt - auch, weil Erlangen in zum Teil dramatischen Schlussphasen jetzt kühlen Kopf bewahrte. Wie beim 29:28 gegen den Europapokal-Teilnehmer Bergischer HC, bei dem der starke Neuzugang Frieder Bandlow 30 Sekunden vor dem Ende alles klar machte. Oder auch zuletzt gegen den European-League-Sieger MT Melsungen und dessen Star-Ensemble. Viggo Kristjansson hatte kurz vor dem Ende den Sieg mit einem verworfenen Siebenmeter beinahe aus den Händen gegeben, den dann aber der kampfstarke Marek Nissen mit einem Steal und einem Treffer ins leere Tor der mit sieben Spielern angreifenden Melsunger doch noch perfekt machte. Das 33:32 gegen die MT machte auch dem letzten Handball-Fan in Deutschland klar, dass sich die Mittelfranken nach zuletzt zwei schweren Jahren eine Menge vorgenommen haben für die Saison 2026/2027.

Erfahrenen Kern gezielt verstärkt

Ein Handballspieler in einem schwarzen Trikot macht sich während eines Spiels bereit, den Ball zu werfen.

Kam vom Bergischen HC: Eloy Morante Maldonado

Denn in den beiden Vorjahren mussten man lange um die Status "Nummer 1 in Bayern" bangen, drohte dem HC Erlangen doch vor allen Dingen in der Spielzeit 2024/2025 der Gang in Zweitklassigkeit, den man erst am letzten Spieltag abwenden konnte. In der vergangenen Saison wurden die letzten Zweifel bereits am vorletzten Spieltag endgültig ausgeräumt. Angesichts von zwei Punkten Abstand zu Platz 17 und dem besten Torverhältnis aller um die Klasse kämpfenden Clubs konnte man befreit jubeln und die Planungen für die nächste Erstliga-Saison, die elfte in Folge (siehe auch Gegnerstatistik HC Erlangen im THW-Archiv), weiter vorantreiben. Diese liegen in den Händen eines ehemaligen Kielers: Ole Rahmel ist als Sportmanager zuständig für die Transfers der Mittelfranken. "Wir haben den Kern der Mannschaft bewusst zusammengehalten und uns gezielt verstärkt", hatte der 36-jährige ehemalige Rechtsaußen vor dem Start der Spielzeit im Interview die personelle Linie beschrieben, die er und die weiteren Verantwortlichen beim HC Erlangen beschreiten.

Französischer Top-Torwart neu im Team

Ein Handballtorwart in einem knallpinken Trikot jubelt vor einer vollbesetzten Halle.

Franzöischer Nationalkeeper: Rubens Pierre

Fünf Spieler mustsen gehen, drei neue kamen von externen Clubs. Bisher herrausragend agiert Frieder Bandlow im rechten Rückraum. Der Linkshänder, von der HSG Nordhorn Lingen zum HCE gewechselt, ist neben dem Top-Torschützen und Top-Vorlagengeber Marek Nissen Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Ein solcher soll auch Mittelmann Eloy Morante Maldonado vom Bergischen HC werden, der aktuell aber noch ein wenig im Schatten von Sander Överjordet steht. Spektakulär verstärkt hat man sich auch auf der Torhüter-Position, die mit dem erfahrenen Algerier Khalifa Ghedbane und dem jungen Kroaten Tin Herceg eh schon prominent besetzt war: Vom Tremblay en France eiste Rahmel den 2,03 Meter großen franzöischen Nationaltorhüter Rubens Pierre los, der in der vergangenen Spielzeit die höchste Fangquote in der nationalen Liga hatte. Er wurde bereits zum Erlanger X-Faktor und ist aktuell der HCE-Keeper mit den meisten Paraden. Neben den drei etablierten Neuzugängen zog man auch wieder Nachwuchsspieler zu den Profis hoch. Heraus kam dabei ein großer Kader, in dem aber alle 23 bei der Opel Handball-Bundesliga gemeldeten Spieler bereits in mindestens einem Spiel zum Einsatz kamen oder - wie im Fall des seit April an seinem Comeback arbeitenden Andri Mar Runarsson - zumindest im Kader standen.

Kompakt-Infos zum Spiel

"Das wird eine wirklich harte Aufgabe, die wir dort lösen wollen", ist sich Rune Dahmke sicher. Der THW-Kapitän weiß um die knüppelharte Abwehr und das leidenschaftliche Spiel der Erlanger. "Gegen uns erwartet Erlangen eine Rekordkulisse, das wird die Mannschaft zusätzlich beflügeln. Für uns ist wichtig, dass wir geduldig bleiben, alle äußeren Faktoren ausblenden und nur den Fokus auf unsere Qualitäten und unser Spiel haben." Los geht's Samstagabend um 18 Uhr in der PSD Bank Arena in Nürnberg, im HCE-Ticketshop gibt es noch Eintrittskarten. THW-Fans, die sich vor der Unterstützung der Zebras in Nürnberg noch mit schwarz-weißen Utensilien ausstatten möchten, können das am mobilen Fanstand hinter Block 111. Dyn überträgt live aus dem Frankenland. Weiter geht der Entwicklungsprozess beim schweren Auswärtsspiel in Nürnberg, Kiel! 

Fotos: HCE / Sportfoto Zink/Pyrbaum