
Kleines Derby am Sonntag: Der Handball Club Hamburg gastiert in der MERKUR Ostseehalle beim THW Kiel
Nach der Topspiel-Hatz der vergangenen Wochen konnten die Zebras in dieser Woche ein wenig durchschnaufen, Geschehenes analysieren und sich auf die kommenden Aufgaben vorbereiten. Am Sonntag wartet nun aber sofort das nächste Highlight in der MERKUR Ostseehalle auf den THW Kiel: Dann steht das "kleine Derby" auf dem Programm, ab 15 Uhr treffen die Zebras und ihre zuletzt so großartigen Heim-Fans auf den südlichen Nachbarn HC Hamburg. Eine Begegnung, die in der Vergangenheit nicht nur aufgrund der örtlichen Nähe stets ein packendes Duell war, in dem sich beide Teams nichts schenkten. "Genau das erwarte ich auch am Sonntag", sagt THW-Kapitän Rune Dahmke, der aber auch unterstreicht: "Zu Hause wollen wir mit unserer Halle die Punkte holen - ohne Wenn und Aber." Karten gibt es noch unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Spieltag von 12 Uhr bis zum Anpfiff um 18 Uhr geöffnet hat. Dyn überträgt live aus der MERKUR Ostseehalle, das Spiel ist aber auch im Free-TV bei Welt.tv zu sehen.
Heim-Fans helfen den Zebras bei der Entwicklung
Vor Wochenfrist erlebte Kiel im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach wieder einen dieser Tage, die man selbst an der Förde nicht vergisst. An dem Mannschaft und Fans des THW Kiel eine Einheit bildeten, an dem die Ränge die Emotionen der Spieler spiegelten - und umgekehrt. Letztlich mussten sich die Gummersbacher dem unbändigen Willen der Zebras auf dem Platz und dem Druck der tausenden schwarz-weißen Fans geschlagen geben, die die Zebras nach vorne gepeitscht hatten - gerade in den schwierigsten Phasen der Partie. Auch deshalb freut sich Trainer Börge Lund über die ungewöhnlich hohe Anzahl an Heimspielen dieser Tage, können die Fans der Mannschaft des THW Kiel mit ihren Neuzugängen und ihrem neuen Trainer doch bei den Entwicklungsschritten ungemein helfen: "Wenn die Halle lebt und die Mannschaft gemeinsam mit ihr lebt, dann ist das genial", sagt Lund, "dann wird es für alle Teams der Welt schwer, uns hier in der Ostseehalle zu schlagen."
THW-Gegner mit neuem Namen

Bester HCH-Torschütze: Nicolaj Jörgensen
Den THW Kiel besiegen - das ist natürlich auch das Ziel der südlichen Nachbarn aus der Hansestadt. Bei denen ist nämlich ähnlich viel neu wie in Kiel, haben sich die Hamburger neben zahlreichen Neuzugängen doch gleich auch noch einen neuen Namen gegönnt: Mit der Umbenennung des später insolventen Champions-League-Siegers HSV Handball (bis 2016) und dessen Nachfolgeverein für den Neustart, dem Handball Sport Verein Hamburg (bis 2026), soll das Kokettieren mit den drei großen Buchstaben und der Raute des berühmten Fußballclubs jetzt ein Ende haben. Im Sommer wurde aus dem HSVH der HCH - der Handball Club Hamburg. Als dieser aus der Taufe gehoben wurde, überraschte der Schachzug nicht nur Handball-Deutschland, sondern wohl auch einen Großteil der eigenen Fans. Im Verborgenen hatte die neue Clubführung um den neuen Präsidenten Niklas Weller, in Kiel geboren und bis zum Karriereende im Sommer Kapitän der Hamburger Handballer, und Ex-Torhüter Johannes Bitter, der jetzt als Geschäftsführer Sport fungiert, sowie dem neuen kaufmännischen Geschäftsführer Markus Rejek an dem Coup gearbeitet, der dem Vereine eine eigenständige Identität im Hamburger Sport verschaffen soll.
Bitter musste fünf Leistungsträger ersetzen

Torjäger vom BHC: Noah Beyer
"Handball Club Hamburg - dieser Name gehört uns ganz allein", Niklas Weller, "mit dem neuen Namen und der klaren Ausrichtung schlagen wir sichtbar ein neues Kapitel auf." Die bis zur Insolvenz glorreiche, später aber auch belastende Vergangenheit lebt trotzdem im neuen Club weiter: Im neuen Logo, das neben der stilisierten Hamburger Burg und einem Schiffsbug auch die Jahreszahl 2002 enthält. "Der neue Name ist für uns und alle, die mit uns den Handball in dieser Stadt leben und lieben, ein Stück Klarheit", unterstrich Sportchef Johannes Bitter, der in der Endphase der vergangenen Saison und im Sommer auch abseits der neuen Markenbildung eine Menge Aufgaben hatte. Denn neben dem Karriereende von Weller musste Bitter auch den Weggang von vier weiteren Leistungsträgern kompensieren: Olympiasieger Casper U. Mortensen (als Spielertrainer zum HC Kopenhagen) und der zweite Kreisläufer Andreas Magaard (zum Champions-League-Teilnehmer GOG) gingen zurück in die dänische Heimat, Landsmann Jacob Lassen verstärkt jetzt die Rhein-Neckar Löwen im rechten Rückraum. Torhüter Mohamed El-Tayar ging zum TVB Stuttgart.
Youngster, Torjäger und Nationalspieler geholt

Neuzugang vom THW Kiel: Leon Nowottny
Für ihn griff Bitter beim nördlichen Nachbarn aus Kiel zu: Youngster Leon Nowottny, der Anfang der vergangenen Saison den am Knie verletzten Gonzalo Perez de Vargas bei den Zebras vertrat, kehrte nach der Ausbildung in der Nachwuchsabteilung des THW Kiel in seine Geburtsstadt zurück. Der 21-Jährige bildet jetzt mit dem Norweger Robin Haug ein Gespann bei den Hanseaten, die einmal mehr nach Skandinavien ihre Fühler ausstreckten: Den Dänen Lassen ersetzt im rechten Rückraum der Norweger Nicolai Daling von Harald Reinkinds Heimatverein Bergen IL. Daling kam mit der Empfehlung des Top-Torjägers in der norwegischen Liga nach Hamburg. Und auch für den Kreis holte mit Martin Hovde aus Kolstad einen norwegischen Nationalspieler, der mit dem jungen Jan-Christian Schmidt ein Duo bildet. Der lief schon in der vergangenen Spielzeit mit einem Zweitspielrecht für die Hamburger auf. Auf Linksaußen kam Noah Beyer vom Bergischen HC, mit 195 Treffern zehntbester Torschütze der vergangenen Saison in der stärksten Liga der Welt. Und aus Nordmazedonien holte Bitter den jungen Mittelmann Alem Hadzic.
Unglücklicher Saisonstart der Hamburger

Nationalspieler am Kreis: Martin Hovde
Angesichts der vielen Neuerungen gab man sich bei den Saisonzielen in der Hansestadt bescheiden: "Wir werden uns in den nächsten ein, zwei Jahren nicht über Tabellenplätze, sondern über Leistungen und unser Auftreten definieren", antwortete Bitter auf Fragen nach der Zielsetzung, sagte aber auch: "Es wäre schön, wenn wir uns schnell im Mittelfeld einfinden." Davon ist der HC Hamburg nach einem schwierigen und bisweilen unglücklichen Saisonstart allerdings noch ein gutes Stück entfernt: Der überraschenden Auftakt-Niederlage in Balingen folgte beim Heim-Remis gegen Stuttgart der erste Punkt, danach setzte es hauchdünne Niederlagen in Hannover und Flensburg sowie gegen Göppingen, bevor gegen die HSG Wetzlar beim 37:32 der erste Saisonsieg ausgiebig gefeiert wurde. Bitter: Regisseur Moritz Sauter zog sich einen Kreuzbandriss zu, wird den Hamburgern noch lange fehlen, was sie laut Medienberichten intensiv um Rasmus Ankermann werben ließ. Dem Ansinnen erteilte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi aber eine klare Absage, sodass nun auf dem neuen Kapitän Elias Kofler sowie dem Top-Torschützen und Top-Vorlagengeber Nicolaj Jörgensen (bisher 49 Treffer) noch mehr Verantwortung für das Hamburger Spiel lastet. Das Verletzungspech ist also leider auch den Hanseaten treu geblieben - ansonsten repräsentiert der neue HCH jetzt das Hamburger Handball-Gesicht. Und das soll ein erfolgreiches werden.
Kompakt-Infos zum Spiel
Für die Zebras geht es gegen die Hanseaten um zwei wichtige Zähler und weitere Schritte im Zusammenwachsen. THW-Linksaußen Vincent Büchner freut sich riesig auf die Heimkulisse: "Jedes Mal, wenn ich hier einlaufe, fühle ich die Halle komplett und bekomme Gänsehaut. Es hat uns letzten Samstag unglaublich viel Energie gegeben, wie uns die Halle den Rücken gestärkt hat. Es ist einfach die beste Halle der Welt - und das haben wir auch zuletzt beim Heimsieg gegen Gummersbach wieder erlebt." Büchner und die restliche Zebraherde wissen, dass es gegen den HC Hamburg also auch wieder auf die "weiße Wand", die Emotionalität der Ränge ankommen kann. Und die Fans sind bereit: Es gibt für das "kleine Derby" nur noch Restkarten unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Sonntag von 12 Uhr bis zum Anpfiff um 15 Uhr geöffnet hat. Schiedsrichter sind Konrad Gimmler und Jannik Rips. Dyn überträgt live aus der MERKUR Ostseehalle. Das Spiel ist aber auch im Free-TV bei Welt.tv sowie via Partnerplattformen gratis bei Dyn Sport Mix und ebenfalls kostenfrei auf sportbild.de zu sehen. Weiter geht die Entwicklung jetzt gegen den HC Hamburg, Kiel!
Text: Reimer Plöhn / Fotos: HC Hamburg/Thorge Huter












