
Samstag ist Heimspiel-Feiertag gegen einen Top-Gegner: VfL Gummersbach ist bei den Zebras zu Gast
Den Zebras blieb nach der ersten Saison-Niederlage beim Titelfavoriten aus Magdeburg nicht viel Zeit für die Verarbeitung, steht der nächste Top-Gegner doch bereits in den Startlöchern: "Am Mittwoch hat man gesehen, dass wir als Mannschaft noch nicht gefestigt sind", sagt Zebra-Kapiän Rune Dahmke. "Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir am Samstag mit unserer Halle gegen den wirklich starken VfL Gummersbach zwei Punkte holen." Die Unterstützung der "weißen Wand", die in dieser Saison um einiges emotionaler als zuvor ist, soll dabei ein großes Pfund der Kieler werden. Denn die Heimspiele der Zebras elektrisieren die Fans: Für das Feiertags-Heimspiel gibt es unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Samstag von 15 Uhr bis zum Anpfiff um 18 Uhr geöffnet hat, nur noch einige wenige Karten. Dyn überträt live aus der MERKUR Ostseehalle.
"Riesen-Spiel gegen Gummersbach"
"In Magdeburg waren wir natürlich nicht zufrieden", sagt Julian Köster nach der ersten Saisonniederlage beim Deutschen Meister und Titelfavoriten. Der THW-Kapitän, vor der Saison aus Gummersbach an die Förde gewechselt, gab aber direkt das Motto für Teil drei der Wahnsinnswoche gegen drei Mannschaften, die im vergangenen Jahr vor den Zebras platziert waren, aus: "Jetzt wollen wir am Samstag zwei Punkte zu Hause holen. An diesem Plan hat sich durch Magdeburg überhaupt nichts geändert." Auch für Börge Lund hieß es nach der umfangreichen Spiel-Analyse des 26:32 bei einer der besten Mannschaften der Welt "abhaken und nach vorn schauen. Denn schon am Samstag kommt ein Riesen-Spiel zu Hause gegen Gummersbach."
Gummersbach will auch Europa aufmischen

Leistungsträger: Nationalspieler Miro Schluroff
In der Tat, mischt der VfL Gummersbach nur vier Jahre nach dem Wiederaufstieg munter mit im Konzert der Großen. Deshalb musste Geschäftsführer Christoph Schindler vor der Saison kräftig auf die Euphorie-Bremse treten. Denn der Erfolg mit Platz vier in der vergangenen Spielzeit - das beste Resultat seit der Saison 2006/2007 - löste bei einigen Fans und im Umfeld wieder Begehrlichkeiten aus. Kein Wunder, fühlte man sich beim VfL doch angesichts der herausragenden Resultate zurückversetzt in die Zeit der großen Erfolge. Gegen den THW Kiel (für mehr Infos und Ergebnisse siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv) und Flensburg holte man drei von vier möglichen Punkten, gegen Berlin und die starken Lemgoer wurden die Heimspiele gewonnen. Aus dem oberen Tabellendrittel war nur der spätere Deutsche Meister aus Magdeburg eine kleine Nummer zu groß für den VfL Gummersbach, der sich im Konzert der Großen eindrucksvoll zurückmeldete und jetzt auch die European League aufmischen möchte.
20-jähriger Roganovic ist VfL-"Königstransfer"

Neuzugang aus Schweden: Nikola Roganovic
Dass man sich in Gummersbach trotzdem vorsichtig an die Saison herantastete, lag an einer Personalie, die schon lange feststand: Julian Köster wechselte an die Kieler Förde. "Er war unsere tragende Säule", sagte Christoph Schindler im "Handballwoche"-Interview vor dem Start der Spielzeit, "seine Rolle muss jetzt von anderen übernommen werden. Ich bin überzeugt, dass wir mehrere Spieler haben, die diese Verantwortung übernehmen können." Allen voran nannte er die Kapitäne: Ellidi Vidarsson und Tom Kiesler. Aber auch viele weitere Spieler im Team von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson, der unlängst seinen Vertrag bis 2029 verlängerte, sind in der Lage, in die Bresche zu springen. Miro Schluroff zum Beispiel. Der 26 Jahre alte Nationalspieler erzielte bisher knapp sieben Treffer pro Partie und muss sich trotzdem hinter seinem Positionskollegen Nikola Roganovic in der internen Torschützenliste einordnen. Den 20-jährigen schwedischen Nationalspieler holte man von HK Malmö. Er wurde von der oberbergischen Presse zum "Königstransfer" der Gummersbacher ernannt.
Spanischen Superstar in die Bundesliga geholt

Kam aus Kielce: Alex Dujshebaev (l.)
Und das, obwohl der VfL mit dem spanischen Rückraum-Linkshänder Alex Dujshebaev einen echten Superstar in die "stärkste Liga der Welt" holte. Der Doppel-Europameister 2018 und 2020 kam von KS Kielce aus Polen und sorgte mit der öffentlichen Wahrnehmung seines Wechsels nach Gummersbach mit dafür, den VfL zurück auf die ganz große europäische Bühne zu führen. Und dennoch sorgte Roganovic bisher für noch mehr Aufsehen in der Opel HBL als die spanische Legende, die Anfang der Saison noch mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Denn der Schwede ballerte sich in unnachahmlicher Art in die Herzen der Fans: 49 Treffer erzielte er in den ersten sechs Partien, allein 15 davon beim 31:31 gegen die MT Melsungen. Die Konsequenz: Platz eins in der Torjäger-Statistik der Liga.
Schweres Start-Programm mit allen drei Champions-League-Startern

Ignacio Biosca wechselte aus Nantes zum VfL
Der Start des VfL Gummersbach war ein schwieriger, hatte der VfL doch wirklich ein Hammer-Programm zu absolvieren, das den Traditionsclub gleich zu Beginn allein gegen alle drei deutschen Champions-League-Teilnehmer führte. Zum Auftakt gab es ein knappes 31:33 gegen den deutschen Meister aus Magdeburg, nach dem Remis gegen Melsungen noch ein 28:33 in Berlin. Auf der anderen Seite wurden die Rhein-Neckar Löwen auswärts mit fünf Toren, auch in Wetzlar und zuletzt zu Hause gegen den Bergischen HC stellten die Gummersbacher ihre Klasse unter Beweis. Der VfL hat Schwung genommen, weil auch die weiteren Neuzugänge Schritt für Schritt Fuß fassen: Für den gegen eine hohe Ablösesumme nach Magdeburg abgegebenen Dominik Kuzmanovic holte Schindler den spanischen Nationaltorhüter Ignacio Biosca vom Champions-League-Teilnehmer HBC Nantes. Und für Kentin Mahé, dessen Vertrag aufgelöst wurde und der jetzt in Mannheim spielt, kam mit Garda Ingi Sindrason von FH Hafnarfjördur eines der größten isländischen Talente zum VfL.
Europa-Qualifikation ist wieder das Ziel

Vertrag verlängert: Gudjon Valur Sigurdsson
"Wir haben einen guten Stamm trotz der Abgänge", weiß Schindler um die Stärke der von ihm und Sigurdsson zusammengestellten Mannschaft. „Außerdem haben wir eine Mischung aus Erfahrung und Talenten dazubekommen. Wir sind in der Breite insgesamt besser aufgestellt." Und trotzdem wollte der Geschäftsführer sich nicht auf einen festen Platz als Saisonziel festlegen. "Ich erwarte ein Hauen und Stechen im oberen Tabellendrittel und weiß um die Stärken der Kontrahenten", führte Schindler aus, "wir wollen von Tag zu Tag besser werden. Das ist unser Ziel." Um dann doch noch eine gewisse Richtung vorzugeben: "Natürlich wollen wir uns wieder für das europäische Geschäft qualifizieren."
Große Vorfreude bei Julian Köster
Auf den THW Kiel kommt also am Samstag eine richtig harte Nuss zu, die die Zebras um ihren neuen Kapitän Julian Köster knacken wollen: "Gummersbach ist ein echtes Top-Team, deshalb gehen wir mit Respekt in diese Begegnung." Der Nationalspieler freut sich sichtlich auf die Auseinandersetzung mit dem VfL: "Für mich wird das ein sehr schönes Spiel. Schließlich sehe ich die Jungs wieder, mit denen ich lange zusammengespielt habe. Und es ist ein Heimspiel in der MERKUR Ostseehalle. Und die haben uns bisher ja sehr viel Freude gemacht." Los geht es um 18 Uhr, Restkarten gibt es unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Samstag von 15 Uhr bis zum Anpfiff öffnet. Schiedsrichter sind Marcus Hurst und Mirko Krag, Dyn überträt live, bei Dyn Sport Mix gibt es via Partnerplattformen das Spiel sogar gratis. Samstag ist Heimspiel-Feiertag in Kiel!
Fotos: VfL/Photo Ising












