
Neue Auflage für ein packendes Duell: Zebras empfangen am Donnerstag die Rhein-Neckar Löwen in ihrer Arena
Letztes Herbstferien-Heimspiel für die Zebras und ihre Fans: Am Donnerstag empfängt der THW Kiel die Rhein-Neckar Löwen zum packenden Auftakt des neunten Spieltags in der Opel Handball-Bundesliga. Die Kieler wollen dabei gemeinsam mit ihrer "weißen Wand" zwei weitere wichtige Punkte holen, treffen dabei aber auf einen Gegner, der zuletzt ordentlich durchgechüttelt wurde und mit neuen Impulsen durch einen neuen Trainer an die Förde reist. Unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Donnerstag von 1o Uhr bis zum Anpfiff um 19 Uhr geöffnet hat, gibt es noch Karten für das Spiel. Dyn überträgt das Heimspiel des THW Kiel live aus der MERKUR Ostseehalle.
Reinkind: "Wir merken extrem, dass die Fans besser drauf sind"
Wieder ein Heimspiel, bereits das sechste am erst neunten Spieltag der Opel Handball-Bundesliga. Für die Kieler, die zwei Neuzugänge auf Schlüsselpositionen integrieren müssen und aktuell mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben, ist das ein Faustpfand in der Entwicklung, das THW-Trainer Börge Lund und die Zebras freut: "Wenn die Mannschaft und die Halle eins werden, gibt uns das immer den Push Extra-Energie. Dann wird es schwer, uns das auf unsere Seite wandernde Momentum wieder wegzunehmen." Auch für Harald Reinkind, der zwischen 2014 und 2018 an den größten Triumphen der Rhein-Neckar Löwen wie dem Gewinn der Meisterschaft 2016 und 2017 sowie dem DHB-Pokalsieg 2018 mitwirkte, ist die neue Atmosphäre in der MERKUR Ostseehalle und das Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft ein wichtiger Faktor für den bisher so erfolgreichen Start: "Wir versuchen auf der Platte, uns gegenseitig anzufeuern und damit dann auch das Publikum mitzunehmen." Der Unterschied zu den Vorjahren ist selbst für Außenstehende deutlich hörbar. Auch Reinkind, der seit seinem Wechsel nach Kiel zum Leistungsträger und Dauerbrenner der Zebras wurde und in sagenhaften 382 von insgesamt 433 Pflichtspielen seit 2018 im Kader stand, spürt das: "Wir merken extrem, dass die Fans in dieser Saison besser drauf sind. Wir haben momentan eine richtig geile Stimmung in der Ostseehalle!"
Wilde Achterbahnfahrt zum Saisonstart

Torgefährlicher Spielmacher: Dani Baijens
Rang zwölf, neun, acht - die Abschlussbilanz der Rhein-Neckar Löwen in der stärksten Liga der Welt drehte sich nach der Desaster-Saison 2023/2024 zuletzt langsam wieder ins Positive. Nach dem großen Umbruch im vergangenen Jahr haben die Mannheimer ihren Kader punktuell noch einmal verstärkt und streben mit fünf Neuzugängen wieder das obere Drittel der Tabelle an. "Natürlich wollen wir besser abschneiden als im Vorjahr", hatte Trainer Maik Machulla vor dem Start der Spielzeit auf die Frage nach dem Saisonziel der Rhein-Neckar Löwen erklärt. Doch eigentlich schielte man zumindest im Umfeld der Blau-Gelben nach nun dreijähriger Abstinenz immer auch in Richtung Europa. Machulla wusste das, unterstrich aber: "Wir haben sehr hohe und ambitionierte Ziele. Ich bin ein ambitionierter Trainer und wir haben ambitionierte Spieler, die sich nicht nur auf der Bundesliga-Bühne zeigen wollen. Aber der Weg dahin ist brutal." Machullas These vor dem Saisonstart wurde - sehr zum Leidwesen der Baden-Württemberger - direkt belegt, glichen die ersten Partien doch einer wilden Achterbahnfahrt im Badnerland. Das Auf und Ab forderte jetzt eine erste Konsequenz: Am Donnerstag steht der bisherige Co-Trainer Michel Abt als Verantwortlicher an der Seitenlinie.
Löwen kamen nicht gut aus den Startblöcken

Rückkehrer: Marius Steinhauser
Auch, weil die Löwen nicht aus den Startblöcken kamen. Erst verlor man zum ersten Mal seit vielen Jahren das Auftaktspiel in der stärksten Liga der Welt, obwohl man beim 31:32 bei der TSV Hannover-Burgdorf eine Viertelstunde vor Schluss bereits mit fünf Toren führte. Dann setzte es zu Hause gegen Gummersbach einen 26:31-Stimmungsdämpfer, ehe es nach den ersten Erfolgen auch im DHB-Pokal einen Rückschlag gab: Bei der favorisierten MT Melsungen unterlagen die Löwen trotz eines Drei-Tore-Vorsprungs kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit doch noch nach Verlängerung mit 33:35. Dem setzte man dann sofort einen 30:28-Sieg gegen ebenjene Melsunger entgegen. Ein Wendepunkt? Es folgten ein unerwartetes Remis bei der HSG Wetzlar und zuletzt eine 29:33-Heimniederlage gegen den ThSV Eisenach, wodurch die Löwen mit nunmehr neun Minuszählern in der Tabelle weiter an Anschluss verloren.
Michel Abt ist neuer Cheftrainer der Mannheimer

Michel Abt (l.) folgt als Cheftrainer auf Maik Machulla
Am Montag zogen die Verantwortlichen dann die Reißleine: Machulla wurde von seiner Doppelaufgabe als Cheftrainer und Kaderplaner mit sofortiger Wirkung entbunden. "Trotz vieler guter Ansätze und einer starken Vorbereitung ist es dem Team in der bisherigen Pflichtspiel-Saison nicht gelungen, positive Ergebnisse zu erzielen. Dies und die zuletzt enttäuschende Leistung im Heimspiel gegen Eisenach hat zu der Entscheidung geführt", sagte Geschäftsführer Holger Bachert in einer offiziellen Mitteilung des Vereins. Der bisherige Co-Trainer Michel Abt übernahm von Machulla eine Mannschaft, die nach dem großen Umbruch im vergangenen Jahr, bei dem gleich acht neue Spieler zu den Löwen stießen, auf einem stabilen Fundament aufgebaut wurde: Mit Top-Vorlagengeber und Top-Torschütze (bisher 41 Treffer) Haukur Thrastarson, Dani Baijens (40 Tore) und Edwin Aspenbäck können die Löwen auf einen eingespielten Rückraum setzen. Der wurde durch den ehemaligen Hamburger Jacob Lassen und den französischen Olympiasieger, Welt- und Europameister Kentin Mahé (kam aus Gummersbach) sogar noch einmal verstärkt.
Löwen-Kader wurde punktuell verstärkt

Kam vom Bergischen HC: Aron Seesing
Den Platz von Rechtsaußen Patrick Groetzki, der seine Karriere beendete und in die Geschäftsstelle der Löwen wechselte, nahm nach neun Jahren "auf der Walz" in Flensburg und Hannover Rückkehrer Marius Steinhauser ein. Für die Linksaußen-Position holte man nach dem Abschied von David Moré nach Eisenach den jungen Schweizer Nationalspieler Niclas Mierzwa von Pfadi Winterthur. Eine echte Verstärkung stellt bereits ein weiterer junger Spieler dar: Aron Seesing. Der 23-jährige Kreisläufer wechselte das Löwen-Trikot von Blau-Weiß (Bergischer HC) zu Blau-Gelb. Der U19-Europameister debütierte bereits in der A-Nationalmannschaft, ist physisch stark, ersetzt jetzt den zu GOG abgewanderten Abwehrchef Steven Plucnar im Innenblock und ist mit 114 Treffern für den BHC sowie jetzt schon 17 Toren für die Löwen auch offensiv eine Bank. Genauso wie natürlich die beiden Nationalspieler David Späth und Jannik Kohlbacher, die seit dieser Saison ein Kapitäns-Duo bei den Mannheimern bilden. Die Löwen haben also beste Voraussetzungen, wieder im Konzert der besten Teams mitzuspielen. Dafür wollen sie jetzt mit neuem Trainer zum Sprung ansetzen - aus ihrer Sicht am besten an dem Ort, wo sie in der vergangenen Saison über ein ein 31:31-Unentschieden jubelten - in der MERKUR Ostseehalle (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv).
Reinkind: "Das wird ein richtig hartes Spiel"
Schiedsrichter der Begegnung am Donnerstag sind Steven Heine und Sascha Standke. Dyn überträgt live aus der MERKUR Ostseehalle. Für das Ferien-Heimspiel gibt es unter www.thw-tickets.de und in der THW-FANWELT, die am Donnerstag von 10 Uhr durchgehend bis zum Anpfiff um 19 Uhr geöffnet hat, noch einige Karten. Für Harald Reinkind ist das Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Verein inzwischen nichts Besonderes mehr: "Das war am Anfang meiner Zeit in Kiel noch anders, jetzt sind aber nicht mehr so viele Spieler in der Mannschaft, die damals bereits da waren." Trotz allem weiß der 34-Jährige natürlich um die Stärken der Mannheimer, und ahnt: "Das wird am Donnerstag ein wirklich hartes Spiel, weil die Löwen in dieser Saison bisher nicht so gute Ergebnisse geliefert haben und jetzt mit einem neuen Trainer anreisen. Ich glaube, sie werden direkt von Anfang an versuchen, uns zu ärgern und das eigene Spiel zu steigern." Wenn aber auch am Donnerstag die besondere Symbiose zwischen Fans und Mannschaft des THW Kiel ihre Kraft entfaltet, wird es für die Löwen und jeden Gegner schwer, etwas Zählbares aus Kiel mitzunehmen. Weiter geht die Entwicklung gegen die Löwen, Kiel!
Fotos: RNL/Max Krause / Sascha Klahn (1) / Jürgen Weber












