Hooroo, mate: Danke, Bevan!

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Donnerstag, 01.07.2021 // 09:07 Uhr

Die Geschichte von Bevan Calvert ist außergewöhnlich. Sie erzählt von einem Australier, der mit 18 Jahren von zu Hause auszog und sich auf eine mehr als 16.000 Kilometer lange Reise machte, um seiner Leidenschaft Handball in Europa nachzugehen. 14 Jahre später tauchte er dann im vergangenen Sommer auf der ganz großen Vereinsbühne auf: Bevan ließ alles stehen und liegen, nahm sich frei in seinem Hauptjob, um dem THW Kiel aus der Patsche zu helfen. Und so wurde die Geschichte zu seinem Märchen in Schwarz-Weiß.

Von den Kängurus über die Stiere zu den Zebras

Das Rechtsaußen-Trio: Bevan Calvert, Niclas Ekberg und Sven Ehrig

Von den Kängurus über die Stiere zu den Zebras - die Geschichte von Bevan Calvert liest sich wie der Inhalt eines Films: Ein Australier lernt den für seine Landsleute völlig unbekannten Handball kennen und lieben, zieht für seinen neuen Sport in die weite Welt hinaus und landet mit 34 Jahren im Profiteams eines der besten Vereine der Welt. Erste Handballstation des Rechtsaußen außerhalb seiner australischen Heimat war der dänische Zweitligaklub Ribe HK. Über TM Tønder stieß der gebürtig aus Sydney stammende Calvert 2009 zum TSV Altenholz. Nach fünf Jahren vor den Toren Kiels ging es bis 2014 zum Drittligisten Mecklenburger Stiere Schwerin, seit 2018 trägt Bevan Calvert das Trikot der 2. Mannschaft des THW Kiel und ist mittlerweile zudem deren Co-Trainer.

Erster Australier mit Titelgewinn in Deutschland

Wenn ein Märchen wahr wird: Bevan Calvert nach dem Gewinn des Pixum Super Cups

Doch die besondere Handballgeschichte des 35-Jährigen endet hier noch immer nicht. Im vergangenen Sommer verletzte sich in der Vorbereitung mit Niclas Ekberg und Sven Ehrig die etatmäßigen Rechtsaußen der Profimannschaft des THW Kiel, und Bevan Calvert wurde von Trainer Filip Jicha auf die rechte Außenbahn des Rekordmeisters befördert. Erst gab er als erster Australier überhaupt sein Debüt in der EHF Champions League, feierte dann als erster Australier mit dem Gewinn des "Pixum Super Cups" den ersten Titel im deutschen Profi-Handball, gegen die SG Flensburg-Handewitt feierte er dann ausgelassen seinen ersten Bundesligatreffer. "Jede Minute mit dieser Mannschaft ist ein Wunder", schwärmte Calvert nach dem gewonnenen Derby in höchsten Tönen.

Krönung einer spannenden Karriere

So schön jubelt Bevan Calvert!

Er habe, als er von "Down under" des Handballs wegen nach Europa kam, "nicht im Traum daran gedacht, so etwas mal zu erleben." Nicht nur bei den Zebras sammelte er viele Erfahrungen auf der ganz großen Handball-Bühne: Bevan Calvert nahm mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes insgesamt an fünf Weltmeisterschaften teil und war sogar deren Kapitän. Nach dieser Saison im Handballoberhaus geht es für Bevan Calvert nun wieder ganz zurück in die zweite Mannschaft der Zebras, und das mit vielen filmreifen Geschichten im Gepäck. 12 Spiele im THW-Trikot mit der Nummer "25", vier Tore, eine Zeitstrafe, Super-Cup-Gewinner und Deutscher Meister: Nüchterne Zahlen und Fakten eines Handball-Märchens. Hooroo, mate - Danke, Bevan!