Wiencek stellt seine 15 "Supertypen" vor

THW Kiel in den Medien
Donnerstag, 01.08.2019 // 09:01 Uhr

Graz. Seit fast drei Wochen bereiten sich die Handballer des THW Kiel gemeinsam auf die neue Spielzeit vor. Zeit, um einmal in die Zebraherde hineinzuhorchen. Kapitän Patrick Wiencek, seit 2012 im Verein und damit einer der dienstältesten Spieler, stellt seine Teamkollegen vor - mit ein bisschen Hilfe von Teambetreuer Michael Menzel. Eine Vorab-Info ist Wiencek wichtig: "Das sind alles super Typen, dann muss ich das nicht jedes Mal noch dazu sagen."

Ole Rahmel kriegt die Extrawurst - Lukas Nilsson ist gar nicht dick - Der schöne Harald kann auch Kuchen

Niklas Landin: Er ist wie sein Bruder ein sehr ruhiger Vertreter. Aber wenn etwas gesagt werden muss, sagt er das auch. In den letzten Jahren hat er im Bus meist mit Poker gespielt. Jetzt spielt er aber eher zusammen mit Niclas (Ekberg, d. Red.) irgendein iPad-Spiel.

Dario Quenstedt: Er ist neu bei uns, aber ihn kenne ich mit am längsten. 2009 haben wir zusammen die Junioren-WM gespielt (und gewonnen, d. Red.). Ich wusste also, was für ein guter Typ da nach Kiel kommt. Er muss sich im Norden bestimmt noch ein bisschen eingewöhnen. Ansonsten ist er wie Niklas eher zurückhaltend.

Domagoj Duvnjak: Unser Anführer. Sobald ein Spiel angepfiffen ist, legt er alles rein, was er hat. Manchmal hat man das Gefühl, Dule ist nach zehn Minuten komplett fertig. Aber das ist offenbar nur eine Fassade, denn danach spielt er noch 50 Minuten im gleichen Tempo weiter. Keine Ahnung, wie er das macht. Die Quittung bekommt er dann zwei Tage nach dem Spiel. Da hat er im Training seinen Tiefpunkt. Ansonsten ist er eine Schlafmütze. Gut, dass er und Miha sich ein Zimmer teilen. Miha trinkt allerdings nur Tee, vielleicht trinkt Dule deshalb jetzt etwas weniger Kaffee...

Rune Dahmke: Der Ur-Kieler überhaupt. Und der Frauenschwarm in unserer Mannschaft. Wenn man ihn oben ohne sieht, denkt man, er könnte auch als Model arbeiten. Außerdem ist er unser Kassenwart und hat die Finanzen im Kopf. 

Magnus Landin: Er ist wie sein Bruder ein sehr ruhiger Vertreter, aber noch ein bisschen schlaksiger als Niklas. Gefühlt ist er nur Haut und Knochen, hat aber eine Riesen-Reichweite. Im Bus ist er auch eher ruhig, aber man kann sich gut mit ihm unterhalten. Inzwischen spricht er auch sehr gut Deutsch. Er ist der einzige Single in der Mannschaft.

Niclas Ekberg: Einer meiner ersten Teamkollegen beim THW Kiel. Er ist unser Musikwart und hat immer die perfekte Musik. Er weiß viel, man kann mit ihm über alles reden, und er hat immer eine Antwort - ob die auch immer richtig ist, sei mal dahin gestellt. Aber sie hört sich immer gut an!

Nikola Bilyk: Unser Klamottenwart. Dabei ist er etwas unstrukturiert - jedenfalls kommt die Ansage, was wir anziehen sollen, manchmal etwas spät. Vor Auswärtsfahrten wüsste man das gerne einen Tag vorher. Er bekommt als einer der Jüngsten viele Aufgaben. Dabei ist zu 100 Prozent auf ihn Verlass. Er ist ein gut erzogener Junge und derjenige in der Mannschaft, der am meisten isst. Er braucht auch immer noch einen Abend-Snack. 

Lukas Nilsson: Alfred (Ex-Trainer Gislason, d. Red.) hat ihn immer "dick" genannt - das hat ihn eine Zeit lang ziemlich mitgenommen. Im Vergleich zu seinen Anfängen bei uns ist er inzwischen aber sehr athletisch geworden. Er hat einen sehr ausgefallenen Modegeschmack. Dass er "verkleidet" zum Training kommt, ist bei uns ein Running-Gag - da war auch schon mal ein lachsfarbenener Cordanzug dabei...

Pavel Horak: Ihn kannte ich noch nicht, bevor er zu uns kam. Ich habe aber öfter mal gegen ihn gespielt und kann sagen, er spielt immer robust und hart. Außerdem ist er sehr fit, hängt als Ältester in der Mannschaft viele junge Spieler ab. Das habe ich selten so gesehen. Man sieht ihn immer lachen, egal wie hart das Training ist. Er passt sehr gut zu uns.

Miha Zarabec: Oh Miha... Er ist der Kleinste, aber - wie Niko - gefühlt immer am essen. Und ansonsten immer am Handy. Außerdem macht er sich immer größer als er ist. Wenn er irgendwo seine Größe angibt, muss man immer drei Zentimeter abziehen. Und er nutzt wie Dule (Domagoj Duvnjak, d. Red.) jede freie Minute zum Schlafen.

Gisli Kristjánsson: Wo soll ich da anfangen... Er ist halt jung. Oft ein bisschen verpeilt - manchmal kann man da nur den Kopf schütteln. Aber er ist ein netter Junge. Mit 20 Jahren alleine in Kiel zu leben, ist wahrscheinlich nicht so einfach. Wir probieren, ihn ein bisschen zu erziehen und ihm ein bisschen zu helfen. Er hat auch schon eine Menge gelernt. Wenn seine Schulter hält, wird er uns mit seiner Spritzigkeit weiterhelfen.

Steffen Weinhold: Mein Zimmerkollege in der Nationalmannschaft. Er ist ein gemütlicher Ur-Franke, den nichts aus der Ruhe bringen kann. In der Mittagspause findet man ihn schon mal in der Hängematte am Schreventeich. Auf dem Zimmer erzählen wir uns oft stundenlang Geschichten. Er ist weltoffen und entdeckt gerne. Als wir in Tokio waren, sind wir an einem freien Tag 14 Stunden durch die Stadt gelaufen. Und er trinkt gerne fränkisches Bier.

Harald Reinkind: Der schöne Harald. Er ist immer gut angezogen und gestylt. Und mit am braungebranntesten in der Mannschaft. Ich weiß nicht, wie er das macht - er kommt ja aus Norwegen. Wahrscheinlich hat er zu Hause ein Solarium. Er und Rune sind unsere Sunnyboys. Und ich habe gehört, er ist auch ein Handwerker und startet manchmal Projekte. Ich habe ihm auch schon mal Werkzeug ausgeliehen und es sauber zurück bekommen - man kann ihm also vertrauen. Er hat das wichtigste Amt in der Mannschaft: Kuchenwart. Und das macht er richtig gut!

Ole Rahmel: Unser Veganer, der immer eine Extra-Wurst bekommt. Für ihn gibt es im Hotel immer ein Extra-Essen. Da ist er auch ziemlich stolz darauf. Er hat gerne mal eine große Klappe. Da ist aber auch viel Ironie dabei. Eigentlich ist er immer lieb. Man hört seinen Namen im Training öfter - wenn er zum Beispiel eine schlechte Aktion beim Fußball hat, ruft die halbe Mannschaft "Ole!". Er ist ein begnadeter Pokerspieler.

Hendrik Pekeler: Menzel: Ich kenne ihn ja noch aus seiner frühen Zeit in Kiel und kann sagen, dass er sich um 180 Grad gedreht hat. Damals war er ein Chaot, jetzt ist er ein pflichtbewusster, liebevoller Familienvater. Sein Spind ist immer einer der aufgeräumtesten. Wiencek: Er kümmert sich auch um viele Sachen, macht zum Beispiel mal die Kaffeemaschine im Bus sauber, obwohl das nicht unbedingt seine Aufgabe ist. Er ist sich für nichts zu schade. Außerdem ist er sehr ehrlich und direkt, würde nie hinterm Rücken etwas über jemanden sagen.

Patrick Wiencek: Menzel: Er sieht aus wie einer, der einem wehtun kann, ist aber in Wirklichkeit die gute Seele der Mannschaft. Er ist ein Riesenhandwerker, macht zu Hause alles selbst. Für mich ist er Familie. Ich bin sein Trauzeuge, passe auf seine Kinder auf. Jeder mag ihn. Wenn jemand seine Aufgabe nicht erfüllt, kann er das aber auch laut und deutlich sagen.

(Von Merle Schaack, aus den Kieler Nachrichten vom 01.08.2019, Foto: Sascha Klahn)