Der THW Kiel ist EHF-Pokalsieger!

EHF-Pokal
Samstag, 18.05.2019 // 21:45 Uhr

Der THW Kiel hat es geschafft: Bei den AKQUINET EHF Cup Finals holten die "Zebras" vor 10285 unglaublichen Fans in der Kieler Sparkassen-Arena zum vierten Mal nach 1998, 2002 und 2004 den EHF-Pokal. In einem packenden, hochklassigen Finale besiegten die Kieler den Titelverteidiger Füchse Berlin mit 26:22 (16:10) und feierten anschließend vor allem Trainer Alfred Gislason: Der Isländer holte in seinem letzten internationalen Spiel als Vereinstrainer seinen 20. Titel mit dem THW Kiel. Im Finale war Niclas Ekberg mit 7/3 Treffern erfolgreichster Torschütze. Der Schwede wurde zum "wichtigsten Spieler des Turniers" gekürt, Niklas Landin zum besten Torhüter. 

Tollhaus Sparkassen-Arena

Torhüter des Turniers: Niklas Landin spielte ein starkes Spiel

Das Finale gegen den Titelverteidiger: Höhepunkt einer langen EHF-Pokalsaison. Und so entfachte die "weiße Wand" einen Hexenkessel, wie man ihn selbst an der Förde lange nicht mehr erlebt hatte. Eine Unterstützung, die ebenso ohrenbetäubend wie euphorisch die Zebras zum Titel "to hus" tragen sollte. Die hatten zunächst aber ordentlich zu kämpfen, lagen nach acht Minuten mit 3:4 im Hintertreffen, weil die Berliner mit breiten Kreuzungen die THW-Defensive auseinanderzogen. Dann aber kamen die Kieler erstmals richtig in Schwung, drehten durch Magnus Landin,Zarabec und den starken Niclas Ekberg den Rückstand in eine 6:4-Führung. Als der quirlige Slowene wenig später dann Landin zum 9:6 bediente, explodierte das Tollhaus förmlich. Füchse-Coach Petkovic nahm eine Auszeit und schickte seine Defensive in die 5-1-Formation. 

Zebras wie im Rausch

Steffen Weinhold machte vier Treffer vor der Pause

Damit störten die Berliner die Kieler Angriffsbemühungen und kamen auf 9:8 heran. Jetzt war es ein Finale auf Biegen und Brechen. Beide Abwehrreihen fighteten um jeden Zentimeter, und Zachrisson narrte aus dem Rückraum ein ums andere Mal den Kieler Mittelblock, in dem Patrick Wiencek seit der 10. Minute nur mit einer verbundenen Wade agieren konnte. Aber natürlich biss der Kieler Kapitän in dieser Atmosphäre genauso auf die Zähne wie alle anderen Zebras. Niklas Landin holte sein Team mit starken Paraden zurück auf die Erfolgsspur - und wie: Nach Elissons 10:12 (25.) spielte sich der THW Kiel auch dank seines Keepers in einen Rausch. Nach Gislasons Auszeit kassierten die Zebras keinen Gegentreffer mehr - versetzten die Fans in Ekstase. Weinhold bei drohendem Zeitspiel, Ekberg mit einem fatastischen Leger durch die Beine von Semisch, zweimal Domagoj Duvnjak mit Schlagwürfen und Reinkind nach unglaublichem Einsatz von Duvnjak und Bilyk: Mit dem 16:10 ging es in die Pause.

Gislasons perfekte Wechsel

Niclas Ekberg traf sieben Mal

Doch diese Berliner ließen sich davon nicht schocken: Silvio Heinevetter hielt drei Kieler Würfe in Folge, die Füchse pirschten sich an die Zebras heran. Daran änderte auch Landins Traum-Kempa-Dreher nach Bilyk-Pass zum 17:12 wenig - bei Elissons 14:17 waren die Hauptstädter wieder in Schlagdistanz. Aber der THW machte die wichtigen Tore, setzte die Big Points wie bei Landins abgefangenem Pass vor Bilyks 18:14. Und Gislason bewies einmal mehr ein glückliches Händchen mit seinen Wechseln, brachte Lukas Nilsson, der Hendrik Pekeler vor dem 19:14 perfekt bediente (39.). Und er brachte Andreas Wolff beim Stand von 20:17 für die Zebras. Und der Nationaltorhüter war sofort on fire. Satte zehn Minuten kassierte er kein Gegentor und half seiner Mannschaft über eine schwierige Phase, in der die Zebras nacheinander drei Zeitstrafen kassierten und so nahezu sechs Minuten in Unterzahl agieren mussten. 

Kiel feiert

Und so wehrten die Kieler alle Berliner Bemühungen ab - und starteten nach Gislasons Auszeit zum Schlussakkord des EHF-Cups: Landin netzte zum 23:18 ein (54.), und als Nilsson Pekeler fand und der das 24:19 erzielte, war klar: Dieses Spiel würden die Kieler nicht mehr verlieren. Die Fans feierten schon lange vor dem Schlusspfiff den EHF-Pokalsieger 2019, den THW Kiel. Und der ließ es wieder krachen, feierte ausgelassen auf der Bühne. Natürlich mit einem Trikot von Marko Vujin, und natürlich durfte Alfred Gislason beim 20. Titel seiner Kieler Zeit den Pokal zuerst emporrecken. Unglaublich die Jubelszenen - der THW Kiel feierte gemeinsam mit der orkanartigen "weißen Wand" den EHF-Pokal! Und diesen brachte Magnus Wislander in die Arena - der Moment, in dem Kiel nicht mehr wusste, was es zuerst feiern sollte. "Alfred, Alfred"-Sprechchöre ertönten - und der Kieler Coach verneigte sich vor den Fans.

Sonntag Pokal-Feier in der "Forsti"

Gefeiert wird am Sonntag in großer Runde an traditioneller Stelle: Ab 11 Uhr öffnet die Forstbaumschule ihre Tore für die THW-Fans, Gastgeber William Steen wird für die ersten schwarz-weißen Anhänger Freibier ausschenken, und auch die Mannschaft wird dann zur EHF-Pokal-Siegersause im größten Kieler Biergarten erwartet. Der Eintritt ist frei - auf geht's in die Forstbaumschule, Kiel!

Statistik: AKQUINET EHF Cup Finals, Finale, 18.05.19: THW Kiel - Füchse Berlin: 26:22 (16:10)

THW Kiel: N. Landin (1.-42., 8/1 Paraden), Wolff (42.-60., 5/1 Paraden); Duvnjak (3), Reinkind (1), M. Landin (4), Firnhaber, Weinhold (5), Wiencek, Ekberg (7/3), Rahmel, Dahmke, Zarabec (1), Bilyk (1), Pekeler (2), Nilsson (2); Trainer: Gislason

Füchse Berlin: Heinevetter (1.-16., 28.-60., 9 Paraden), Semisch (16.-28., 1 Parade); Wiede (2), Elisson (6/1), Holm (1), Struck, Mandalinic (1/1), Gojun, Lindberg (3), Zachrisson (3), Schmidt, Reißky, Koch, Marsenic (3), Drux (3); Trainer: Petkovic

Schiedsrichter: Dalibor Jurinovic / Marko Mrvica (CRO)
Strafzeiten: THW: 3 (Reinkind (47.), Weincek (49.), Pekeler (51.)) / Füchse: 3 (2x Gojun (21., 53.), Marsenic (26.))
Siebenmeter: THW: 3/3 / Füchse: 5/2 (Landin hält Lindberg (11.), Lindberg an den Pfosten (13.), Wolff hält Mandalinic (51.))
Spielfilm: 0:1, 2:1 (5.), 2:3 (6.), 3:4, 6:4 (14.), 7:6 (16.), 9:6 (17.), 9:8, 10:9, 12:9 (24.), 12:10 (25.), 16:10;
16:12 (33.), 17:12, 17:14 (37.), 19:14 (39.), 20:15, 20:17 (42.), 22:17 (46.), 22:18 (52.), 24:19 (55.), 25:19 (57.), 25:21 (59.), 26:22. 
Zuschauer: 10.285 (ausverkauft) (Sparkassen-Arena, Kiel)

 

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